Geschichte

Die Geschichte beginnt in den 80er Jahren

Wie fast alle Kinder zu meiner Zeit hatte ich Ende der 70er Jahre mit dem Skateboardfahren begonnen. Im Alter von 14 Jahren lernte ich auf einem Mistral Malibu das Windsurfen und war vom ersten Augenblick an fasziniert davon, mit Windgeschwindigkeit über die Wellen zu Gleiten. Kurz darauf stand ich auf Bali das erste Mal auf einem Surfbrett in der Brandung, das war überwältigend. Zu dieser Zeit entstand auch das Snowboarden und wir bauten uns mit einfachen Pressen und Furnieren die ersten Bretter.
Die Bindungen bestanden aus einfachen Lederriemen und als Stiefel hatten wir….Moonboots. Alles nicht optimal.

Das änderte sich Ende der 80er Jahre, als die ersten einigermaßen vernünftigen Snowboards auf den Markt kamen und sich die Windsurfbretter immer weiter verbesserten. Zum Ärger meiner Eltern baute etwa 20 Windsurfbretter und Surfboards zu Hause in der Wohnung

Anfang der 90er begann ich Industrial Design an der Universität der Künste in Berlin zu studieren und nutze die Gelegenheit, meine Leidenschaft in Form von Studienarbeiten auf die Straße zu bringen. Die ersten Boards bestanden aus nur 2 Rädern und hatten noch Gummis zur Rückstellung der Räder.

Bald hatte ich die Idee, die Gummis gegen eine intelligente Kinematik auszutauschen, die das Körpergewicht als rückstellende Kraft ausnutzt.
Das war die Geburt einer Vielzahl von Konzepten.

1994 präsentierte ich meine erste 2-rädrige und selbstregulierende Landsurfer Studie ohne Gummis auf der ISPO und FANATIC zeige Interesse.
Bald stelle sich aber heraus, dass 2 Räder nicht optimal sind und zu schweren Stürzen führten.

Das Thema mit der Selbstregulierung über die Gravitation ohne Gummis als rückstellende Kraft ließ mich aber von da an nicht mehr los.

Die Großeltern des Curfboard

Nach dem Studium, Mitte der 90er, experimentierte ich freiberuflich in München an verschiedenen Konzepten, so auch an Skateboards ohne bewegliche Teile. Schnell stellte sich aber hier heraus, dass die verschieden ausgerichteten Räder auf der Straße bremsten. Bemerkenswert war aber die Bewegung und das Fahrverhalten dieser Prototypen, bei denen man wie bei Snowboards in der Kurve auf der Kante fuhr und beim Geradeausfahren das Brett ruhig und flach am Boden lag.
Ein anderes sehr interessantes Projekt war schließlich ein 4-rädriges Skateboard, welches sich auf Grund der Gewichtsrückstellung ohne Gummis nicht mehr nervös aufschaukelte und sehr präzise fahren ließ.

Der BMW Streetcarver

Seit 1994 hatte ich über meinen ISPO Kontakt bei FANATIC privat einen engen Kontakt zum BMW Fahrwerkingenieur Rudi Müller, einem der letzten Generalisten und alten Hasen, der jedes Detail am Auto kannte. Rudi war selber begeisterter Snowboarder und Surfer und hatte, wie ich, die fixe Idee, seine Leidenschaft auf ein Landfahrzeug zu übertragen. Dies interessierte BMW und es sollte daraus ein Produkt entstehen.

Ich bewarb mich und auf Grund meiner Erfahrungen mit neuartigen Gelenkkinematiken von Skateboards öffnete sich für mich 1997 die Tür bei BMW und ich fing im Product Design an. Seit fast 20 Jahren bin ich nun schon bei BMW und entwickle heute neue E-Fahrzeugkonzepte in der Forschung und darf weiterhin nebenbei eigene Projekte verwirklichen.

Gemeinsam haben Rudi und ich von 1997 bis 2000 den STREETCARVER bei BMW entwickelt. Es waren etwa 10 unterschiedliche Prototypen nötig, bis wir die richtigen Dimensionen und Abstimmungen definiert hatten. Hilfreich war, dass wir beide das gleiche Ziel vor Augen hatten und genau wussten, wie es sich anfühlen musste. Eine einzigartige Konstellation und Zusammenarbeit, die unendlich viel Spaß gemacht hat.
Die technische Besonderheit des STREETCARVER war seine progressive Lenkkinematik, die mal wieder über die Gravitation und ohne Gummis nur mit dem Gewicht des Fahrers die Rückstellung und Selbstregulierung übernahm. Die Räder legten sich wie beim Motorrad in der Kurve zur Seite und ermöglichten noch dynamischere Fahrten. Das war nur möglich, indem wir die Achsschenkel über Kugelgelenken mit dem Lagerbock verbunden haben, original Pendelstützen des Stabilisators aus der 5er Hinterradachse.

Als der STREETCARVER im Jahr 2000 auf den Markt kam, war die Reaktion der Presse überwältigend und das Produkt bekam weltweit Preise und Auszeichnungen und steht bis heute in einigen Museen der Welt in der permanenten Sammlung. Die Produktion wurde leider 2003 wieder eingestellt.

…und die Geschichte geht jetzt weiter mit den curfboard®.